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IP-Streaming

Im Gespräch mit Magdalena Klingler

„Frauen in Forschung und Technik sollen sichtbarer werden“

Wie lassen sich neue Technologien für adaptives Streaming etablieren? Damit beschäftigt sich Magdalena Klingler in ihrer Masterarbeit, die von Martin Schmalohr vom IRT mitbetreut und mit einem ARD/ZDF-Förderpreis ausgezeichnet wurde.  Ein Gespräch mit der Preisträgerin.

Theresia Dichtl

Im Rahmen der IFA 2019 wurde Magdalena Klingler für ihre Masterarbeit „Analyse und Test alternativer Transportverfahren und neuer Protokolle für adaptives Streaming“ mit dem ARD/ZDF Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ ausgezeichnet. Ihre Abschlussarbeit entstand an der Technischen Hochschule Deggendorf im Studiengang Medientechnik und Produktion unter der Betreuung von Prof. Gerhard Krump und Martin Schmalohr (IRT). Seit Ende 2018 arbeitet Magdalena Klingler beim Bayerischen Rundfunk in München für die Fachgruppe „Trimediale Studios und Systeme“ in der Abteilung „Mediensysteme“. Hier blickt sie auf ihre Zeit am IRT zurück.

 

Theresia Dichtl: Frau Klingler, wie sind Sie auf das IRT aufmerksam geworden?

Magdalena Klingler: Ein Professor meiner Hochschule, der intensive Kontakte zu Forschung und Wirtschaft pflegt, hat mich auf interessante Themen für Abschlussarbeiten am IRT angesprochen. Die Möglichkeit, mich in einem etablierten Forschungsinstitut mit einem zukunftsrelevanten Thema zu beschäftigen, hat mich sofort begeistert.

 

Theresia Dichtl: Wie haben Sie Ihre Arbeit am IRT empfunden?

Magdalena Klingler: Besser hätte ich es wirklich nicht treffen können. Gerade in den ersten Monaten musste ich mich für meine Masterarbeit in viele Themenfelder einarbeiten, die mir bis dahin unbekannt waren. Beim IRT haben mich die Kolleginnen und Kollegen mit großer Fachkompetenz und Leidenschaft für ihr Themengebiet unterstützt.

 

Ziel muss immer das beste Ergebnis für die Zuschauer*innen, die Produzierenden und die Sendeanstalten sein.
Magdalena Klingler

Theresia Dichtl: Welche Rückschlüsse konnten Sie aus dieser Zeit für Ihren weiteren Berufsweg ziehen?

Magdalena Klingler: Zunächst einmal habe ich aufgrund des Themenschwerpunkts meiner Arbeit einen tiefen Einblick bekommen, vor welchen Herausforderungen die einzelnen Sender schon jetzt und auch in Zukunft stehen. Ziel muss immer das beste Ergebnis für die Zuschauer*innen, die Produzierenden und die Sendeanstalten sein. Hier kommt dem klugen Einsatz von Technologien eine Schlüsselfunktion zu. Auch bei meiner jetzigen Arbeitsstelle, beim Bayerischen Rundfunk, spielen diese Themen eine große Rolle – in Kontribution und Distribution.

 

Theresia Dichtl: Welche technischen Herausforderungen finden Sie im Bereich der Streaming-Workflows besonders spannend?

Magdalena Klingler: Für mich ist wichtig, dass technische Neuerungen und Weiterentwicklungen dazu beitragen, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Gerade die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten müssen sicherstellen, dass die Nutzer über geeignete Kanäle erreichbar sind. Da sich der Bedarf immer mehr vom linearen Programm hin zu Streaming und On-Demand-Inhalten verlagert, sind Ansätze wie Peer-Assisted-Streaming oder MultiCDN interessant. Damit solche Technologien heute und in Zukunft genutzt werden können, müssen Standards entwickelt und etabliert werden. Hier leistet das IRT einen unverzichtbaren Beitrag.

 

Theresia Dichtl: Was bedeutet der ARD/ZDF-Förderpreis „Frauen und Medientechnologie“ für Sie persönlich?

Magdalena Klingler: Frauen, die in Forschung und Technik tätig sind, sollen sichtbarer werden. Das ist mir wichtig. So finden Kinder und Jugendliche auch weibliche Vorbilder in diesen Berufsfeldern. Der ARD/ZDF-Förderpreis „Frauen und Medientechnologie“ stellt jedes Jahr interessante und zukunftsweisende Arbeiten von Studentinnen und Doktorandinnen vor. Das stärkt nicht nur die Sichtbarkeit von Frauen im technischen Umfeld, sondern zeigt auch die Vielfalt des Forschungsfeldes.