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5G und Regulierung

Pionierarbeit im Projekt 5G TODAY

Auf dem weltweit ersten großflächigen 5G-Testfeld nahm das Forschungsprojekt 5G TODAY im Mai 2019 seinen Betrieb auf. Die Projektpartner Bayerischer Rundfunk, IRT, Kathrein Broadcast, Rohde & Schwarz sowie Telefónica Deutschland erprobten die TV-Verbreitung für eine künftige 5G-Technologie. Ihre Tests stimmen zuversichtlich.

Aneta Baier

Am 9. Mai 2019 startete in Oberbayern im Rahmen des bayerischen Forschungsprojektes 5G TODAY das weltweit erste großflächige 5G-Testfeld für Fernsehübertragungen für mobile Endgeräte. Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien, startete den Betrieb der Sender per Tablet vor Publikum. An der zweitägigen, parallelen Fachkonferenz des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) nahmen 150 Gäste aus der Telekommunikations- und Medienbranche teil.

 

Die Projektpartner – der BR, das IRT, Kathrein Broadcast, Rohde & Schwarz sowie Telefónica Deutschland – entwickelten und erprobten im Zeitraum von 2017 bis 2020 auf dem Testfeld die TV-Verbreitung für eine künftige 5G-Technologie. Zwei Hochleistungssender mit je 100 Kilowatt Antennenleistung an den Standorten Ismaning und am Wendelstein versorgen das gesamte Bayerische Oberland. Mit Hilfe der hohen Sendetürme und der hohen Leistung der Sender (High-Power-High-Tower-Konzept, HPHT) wurde die großflächige Ausstrahlung von Fernsehprogrammen auf Basis des neuen Broadcast-Modus FeMBMS (Further  evolved  Multimedia  Broadcast  Multicast  Service)  getestet.

„Das hohe nationale und internationale Interesse, 5G für die kostengünstige, flächendeckende Verteilung von Rundfunkinhalten an portable Empfänger weiterzuentwickeln zeigt, dass wir auf einem Erfolg versprechenden Weg sind. Erfolgsrezept: Entwicklung im IRT kombiniert mit betrieblichen Erfahrungen aus BR.“
Helwin Lesch, BR

Neben der Entwicklung der zugehörigen Komponenten für Sende- und Empfangstechnik fanden im Rahmen des Projekts umfangreiche Voruntersuchungen, Simulationen und Feldmessungen statt. Außerdem untersuchte das Projektteam verschiedene Antennenpolarisationen speziell für den Empfang auf Smartphones und entwickelte Messsysteme für die FeMBMS-Feldversuche.

Die Feldmessungen zeigten, dass sich mit FeMBMS die Eigenschaften eines klassischen Rundfunkübertragungssystems erreichen lassen. Auf weiten Teilen der Messstrecke war der mobile TV-Empfang gut. Zudem wurde für das Gleichwellennetz (SFN) ein Netzgewinn im Vergleich zum Einzelsender im MFN-Betrieb ermittelt. Diese Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage bei weiteren Standardisierungsarbeiten zu 5G Broadcast.

Die endgültigen Ergebnisse der Messungen werden im Sommer 2020 veröffentlicht.

Mehr Informationen auf der Projektseite und im IRT Lab.